Praxisbeispiel: Entscheidungsaufstellung „Soll ich die Teamleitung übernehmen?“
Dieses Beispiel zeigt, wie eine Entscheidungsaufstellung konkret aussehen kann: Eine Person überlegt, ob sie die Teamleitung übernehmen soll, und stellt 14 Elemente auf – zwei Optionen, Team, Führungskraft, Erwartungen, Ressourcen, Hindernisse, Werte, Risiko und Chance. Das Szenario ist typisch für Coaching, Führungskräfteentwicklung und persönliche Entscheidungsprozesse.
Ausgangssituation
„Ich überlege, ob ich die Teamleitung übernehmen soll.“
Die ratsuchende Person steht vor einer beruflichen Weichenstellung und möchte die Entscheidung systemisch klären. Weder Logik noch Bauchgefühl geben eine eindeutige Antwort – das System soll sichtbar machen, was dahinter liegt.
Elemente der Aufstellung
Für die Aufstellung werden 14 Elemente angelegt:
- Ich
- Option A – Teamleitung übernehmen
- Option B – ablehnen
- Mein aktuelles Team
- Meine Führungskraft
- Erwartung der Organisation
- Ressource: Kompetenz
- Ressource: Unterstützung
- Hindernis: Überlastung
- Hindernis: Konflikt im Team
- Wert: Entwicklung
- Wert: Balance
- Risiko: Verantwortung
- Chance: Einfluss
Initiale Aufstellung
„Ich“ steht im Zentrum. Option A ist nah – aber Risiko: Verantwortung und Konflikt im Team blockieren den Weg. Option B steht weiter entfernt; Wert: Balance steht unterstützend dahinter. Die Organisation drängt, das Team schaut ambivalent.
Systemische Analyse
Option A ist emotional attraktiv, aber durch Blockaden erschwert. Die Überlastung wirkt auf beide Optionen, stärker jedoch auf Option A. Option B bringt kurzfristige Entlastung, reduziert aber langfristige Entwicklungschancen. Der Teamkonflikt ist ein Schlüsselhebel – unabhängig von der Entscheidung selbst.
Systemische Reflexionsfragen
- Was hält Sie wirklich von Option A ab – das Risiko oder der Konflikt?
- Welche Erwartung wiegt schwerer: Team oder Organisation?
- Welche Ressource würde Option A erleichtern?
- Welche Konsequenz hätte Option B langfristig für Ihre Entwicklung?
Ergebnis und Transfer
Option A ist realisierbar, wenn Unterstützung und Konfliktbearbeitung gesichert sind. Die Entscheidung hängt stark von der Führungskraft ab. Nächste Schritte:
- Klärungsgespräch mit der Führungskraft
- Bearbeitung des Teamkonflikts
- Entscheidung nach Klärung der Rahmenbedingungen
Das Beispiel zeigt: Dynamiken werden sichtbar, Varianten schaffen Klarheit, und systemische Entscheidungen entstehen nicht durch Logik allein, sondern durch Klarheit im System. Die einzelnen Phasen entsprechen den sechs Schritten einer Systemaufstellung; wie sich solche Szenarien als Varianten vergleichen lassen, zeigt das digitale Systembrett.
Häufige Fragen
Was ist eine Entscheidungsaufstellung?
Eine Entscheidungsaufstellung stellt die Optionen einer anstehenden Entscheidung zusammen mit den beteiligten Personen, Erwartungen, Ressourcen, Hindernissen und Werten dar. Sie macht Zusammenhänge sichtbar, die im Gespräch verborgen bleiben, und liefert Hypothesen statt einer fertigen Antwort.
Entscheidet die Aufstellung für mich?
Nein. Die Aufstellung klärt das Bild und eröffnet Handlungsoptionen. Die Entscheidung bleibt bei der Klientin oder dem Klienten.
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Hinweis: Dieser Text dient der Information. Er ersetzt weder eine fundierte Aus- oder Weiterbildung noch eine Therapie.